Nebenkostenabrechnung von A-Z: Winterdienst

Jedes Jahr im Dezember scheint die Welt Kopf zu stehen: Die Straßen sind hell beleuchtet, in den Städten eröffnen die ersten Weihnachtsmärkte und die Menschen strömen scharenweise in die Geschäfte, um ihre Weihnachtsbesorgungen zu machen. Damit das Szenario perfekt wird, fehlt nur noch der Schnee. Doch neben weißer Weihnacht bringt dieser vor allem glatte und gefrorene Wege. Jeder Hauseigentümer muss sich daher an die Räum- und Streupflicht halten. Diese legt genau fest, an welchen Stellen zu welcher Uhrzeit der Untergrund frei von Schnee und Eis sein muss. Um dies zu gewährleisten, hat der Vermieter mehrere Möglichkeiten: Er kann einen professionellen Winterdienst beauftragen, einen Hausmeisterservice einstellen, die Arbeiten selbst ausführen oder seine Mieter in die Pflicht nehmen. Die dafür anfallenden Kosten können anschließend in der Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegt werden.

Beauftragung eines Dienstleisters

Entscheidet sich der Vermieter dafür, einen professionellen Dienstleister für den Winterdienst zu engagieren, können die Kosten laut Betriebskostenverordnung auf die Mieter des Hauses umgelegt werden. Allerdings gilt dies nur für die Lohn- und Anfahrtskosten sowie die Auslagen für Streumittel und Wartung der Räumgeräte. Müssen aber Schneeschaufeln oder Ersatzteile besorgt werden, dürfen die Kosten dafür nicht zu Lasten der Bewohner fallen. Auch Reparaturkosten sämtlicher Gerätschaften hat der Vermieter selbst zu tragen, sie zählen nicht zu den laufenden Betriebs- und Nebenkosten für Mieter.

Hausmeister als Winterdienst

Gehört bereits ein Hausmeisterservice zum Personal der Immobilie, gehört die Beseitigung von Eis und Schnee meist zu seinen täglichen Aufgaben. In diesem Fall entstehen keine zusätzlichen Kosten, die im Rahmen des Winterdienstes in der Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden können. Lediglich die Kosten für Streumittel können dann auf die Mieter umgelegt werden. Dafür muss aber eine eindeutige Vereinbarung im Mietvertrag vorhanden sein.

Eigenleistung des Vermieters

Der Vermieter kann auch in eigener Person Schnee räumen. Diese Eigenleistung kann er dann in der Nebenkostenabrechnung auf seine Mieter umlegen. Jedoch nur, wenn dies vorher ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart wurde. Außerdem sollte er sich dabei an den ortsüblichen Honorarsätzen orientieren, die auch ein externer Dienstleister für einen solchen Auftrag verlangen würde. Hier gilt wie auch bei der Beauftragung eines externen Dienstleisters: Lediglich laufende Betriebskosten können in der Nebenkostenabrechnung aufgelistet werden – Reparaturkosten oder die Beschaffung von Ersatzteilen gehört nicht dazu.

Übertragung der Räum- und Streupflicht auf die Mieter

Als Eigentümer einer Immobilie kann der Vermieter die Räum- und Streupflicht auch auf seine Mieter übertragen. Voraussetzung ist dafür wieder die Vereinbarung im Mietvertrag. Eine Verpflichtung aufgrund der Hausordnung genügt nur dann, wenn der Mietvertrag ausdrücklich Bezug darauf nimmt. Die Pflicht kann dabei entweder auf alle Mieter übertragen werden oder nur auf einen einzelnen.

Von | 2018-06-22T17:11:25+00:00 Juni 22nd, 2018|Allgemein|0 Kommentare

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